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Erstes Fazit nach über 3 Wochen Camping...

Veröffentlicht am 12. August 2020 um 12:55

Wir sind jetzt seit über 3 Wochen unterwegs. 4 Personen und 1 großes Hundekind auf einer Wohnfläche von 16 qm... wovon so geschätzte 7-8 „begehbar“ sind. Das ist ziemlich eng, aber bis jetzt noch ganz gut machbar. Wenn ich in der „Küche“ rumwirbele, lassen mich meine Jungs in Ruhe. Wenn jemand im „Badezimmer“ ist, passt halt nur noch einer auf dem Bett sitzend in die Ecke vom Bad. Unsere Jungs haben zum Glück ihr Hochbett als Rückzugszone akzeptiert. Wenn sie Ruhe brauchen oder chillen wollen, ziehen sie sich mit ihren Hörbüchern auf ihre Betten zurück.

 

Was schon wurmt oder stört:

- das ständige Gefühl, etwas zu suchen. Das Leben auf so einem engen Raum erfordert eine große Disziplin, was das Wegordnen von Dingen betrifft. Für 5 Tage waren unsere Handtücher verschwunden. Wir hatten schon Angst, dass wir sie auf dem letzten Campingplatz vergessen hätten. Wir haben sie in der Garage unter Jaspers Bett wiedergefunden, weil sie da hintergerutscht sind.

- das „Kinder-ständig-in-den-Hintern-treten“ beim Abwasch helfen, beim Homeschooling, beim „wir wollen dann mal los“. Ich glaube, noch sehen die Jungs das ganze als einen langen Urlaub, bei dem sie chillen und Ingo und ich die Hausarbeit machen. Das Thema wird auf jeden Fall noch mal intensiver angegangen.

- Mücken und Insekten im Allgemeinen. Zum Glück gibt es hier in Riga nicht allzu viele fliegende Arschlöcher. In Misdroy und in den Masuren waren ziemlich viele Mücken und Bremsen unterwegs, die vor allem die Kids aufgefressen haben.

- Dreck und Hundehaare im Wohnwagen. Jeden Tag durchfegen ist ein Muss. Sonst hat man Haare, Sand und Krümel überall.

 

Womit ich erstaunlicherweise gut zurecht kommen:

- nicht jeden Tag make-up auftragen

- mit der Hand das Geschirr abwaschen

- das Ein- und Ausräumen bei jedem Stationswechsel. Ingo und ich sind schon ziemlich gut eingespielt. Er macht alles draußen (z.B. Wasser ablassen, Fahrräder sichern, Rückfahrkamera anschließen, Auto ankoppeln) und ich alles im Wohnwagen (z.B. alles rutschsicher verstauen, Schränke schließen, Saubermachen, Kühlschrank vor der Fahrt von Strom- auf Gasbetrieb umstellen)

- wechselnde Duschkabinen und Waschmaschinen

- auch eigene Freiräume zu schaffen. Wenn ich mal eine Auszeit brauche, dann fahre ich alleine einkaufen oder ziehe mich meinem Buch zurück. Ich habe schon 1 ganzes richtiges Buch gelesen! Das habe ich das letzte mal - bis auf ganz viel Fachkram für meinen AI-Lehrgang - vor 2 Jahren gemacht! Wenn Ingo Zeit für sich braucht, versinkt er in seinem Rechner und lernt ein neues komplexes Musikprogramm.

 

Was ich liebe:

- in fremden Ländern in Supermärkten einkaufen zu gehen. Andere Lebensmittel auszuprobieren... auch manchmal gar nicht zu wissen, was das da genau im Glas ist.

- morgens entspannt einen Tee vorm Wohnwagen zu trinken und das Treiben auf dem Campingplatz zu beobachten.

- abends mit meinen Jungs im Bett zu kuscheln und das Buch „Das Internat der bösen Tiere“ vorzulesen.

- jeden Tag ganz viel Zeit mit Ingo, den Jungs und Elmo zu haben.

- im Internet rumstöbern, wo es als nächstes hingeht. Wir haben bis jetzt nur unseren ersten Campingplatz in Misdroy vorgebucht. Es ist bis jetzt immer was frei gewesen, wenn wir spontan einen Platz angefahren haben. Trotz des ziemlich großen „Schlachtschiffes“, was wir fahren.


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Kommentare

Viviane OZKILINC
Vor 7 Monate

Wow, das ist so spannend!
Ich bin gespannt, wie es weitergeht!
Vor allem, was das Home Schooling angeht.
Toi, toi, toi! 🤞🏼🤞🏼

Klaus Weyler
Vor 7 Monate

Danke Petra, mich so nahe an deinen lebendigen Erfahrungen teilhaben zu lassen. Beim Lesen ist das für mich so, als wäre ich als Beobachter und seinen gefühlen dabei. Und es berührt und weckt etwas in mir!